Leseproben
Grind The Nazi Scum - Das Buch




UNO-Resolution 88/2033
"Im Rahmen der Verbesserung der weltweiten Lage und des Aktionsplans zur Ausschaltung ideologiespezifischer Krisenherde beschließt die UNO-Vollversammlung mit einfacher Mehrheit, dass Mitglieder des WHITE ARIAN RESISTANCE (WAR) nach Bekannt werden ihrer Mitgliedschaft in dieser terroristischen, menschenverachtenden Organisation ihr Leben auf der Erde verwirkt haben und auf einen eigenen, noch zu findenden Planeten verbannt werden. Unter Aufsicht der Organe der UNO soll ihnen humanitäre Hilfe zukommen, jedoch nur in dem Maße, welche zur Aufrechterhaltung ihrer unmittelbaren Lebensfunktionen nötig sind."


aus "White Arian World" von Volly Tanner



"Wir wissen nicht, wie sich die Neonazis verhalten werden. Wir versuchen nur, Ärger zu vermeiden.". Alle Anwesenden lächelten gelangweilt. "He, Schlächter, seid Ihr dabei?" rief ein blonder Kerl in Lederweste zu den Herren von der 'Fleischerei Böhme'. "Darauf kannst Du einen lassen, Tischler." lachte der Hüne und nahm die Kettensäge aus dem Handwagen, dessen Deichsel sein Kumpel die ganze Zeit in der Hand hielt. Der Polizist zuckte verlegen mit den Schultern, drehte sich um und ging zurück zum Einsatzwagen. Karsten blickte zu André: "Und was machen wir?". "Ich schlage vor, wir suchen uns auch ein paar Gegenstände!". Ente zeigte mit dem Finger auf einen alten Holzschuppen neben der Bahnhofshalle. "Vielleicht finden wir dort etwas.". "Gute Idee." entgegnete Günther. Thomas war als erster am Schuppen. "Scheiße, ist ein Schloss dran.".

aus "Der Männertag" von Abo



Ich kann euch sagen, es war gar nicht so einfach, all diese Neonazis einzufangen. Dazu mussten sie noch klassifiziert, sterilisiert und beschriftet werden. Ich verbrachte einige Wochen auf Safari in den östlichen Bundesländern. Aber auch Bayern und Nordrhein-Westfalen waren gesellige Abenteuerreisen wert. Besonders schwierig gestaltete sich das Einfangen so genannter Nazi-Skinheads. Eine recht ruppige und besonders dumme Art der Gattung Neonazi. Einige blieben auf der Strecke und verreckten. Aber Verluste waren von Anfang einkalkuliert. Und da es sich nicht um eine vom Aussterben bedrohte Lebensform handelt, wurde ich weder von Greenpeace noch vom WWF vor Hürden gestellt.
Leichter war es dann schon mit der zwar nicht weniger blöden, aber ebenfalls einfach gestrickten Spezies des als Politiker getarnten Neonazis. Man musste nur in die entsprechenden Verwahrungsanstalten wie Landtage oder Abgeordnetenbüros gehen, dem Objekt der Begierde eins mit der Keule über den Schädel ziehen und sie danach gut verschnürt in die entsprechenden Transportkisten packen. Für einige Altnazis musste ich allerdings um die ganze Welt reisen. Und manchmal auch in tiefe Erdlöcher kriechen. Allerdings ist dies wirklich eine aussterbende Art, die sich auch nicht nachzüchten lässt.


aus "Die Geschäftsidee" von Sven Augstein



Angst war die beste Waffe, die von den neuen Herrschern benutzt wurde. Nachdem sie alle politischen Hindernisse interniert hatten, nahmen sie sich die Künstler vor. Alle, die keine Gänseblümchenbilder malten, wurden verhaftet. Alle, die keine Gänseblümchenmärchen schrieben, wurden verhaftet. Alle, die keine Gänseblümchenlieder sangen, wurden verhaftet und so weiter. Viele Künstler flohen aus ihrer Heimat, die sie nicht mehr als solche wieder erkannten. Viele arbeiteten mit dem neuen Regime zusammen und wurden sehr berühmt, andere starben in den Lagern. Nach den Künstlern wurden alle anders aussehenden verhaftet und vernichtet. Als es im ganzen Land kein Anders mehr gab, blieb den Machthabern nur noch Krieg mit den anderen Ländern. Wie die Blütenblätter der Gänseblume breiteten sie sich auf der Welt aus, um überall alles gleich zu machen und unter ihrer Flagge zu wissen. Die Gänseblümchenarmee ging brutal und gnadenlos gegen alles vor, was sich ihnen in den Weg stellt und vernichtete in den Lagern alles, was nicht gleich aussah oder dachte. Aber eines Tages dann vereinten sich die anderen Länder der Erde, um dieses Land zu besiegen.

aus "Blumenkinder" von Hauke von Grimm



"Brauch ich nicht", sage ich, "ich war letztes Jahr im November in Großenhain in Sachsen und wurde bei einer Lesung mit anderen von den örtlichen Nazis überfallen. Das war großes Studium in Rhetorik."
"Du hast mit denen geredet? Gar diskutiert??"
"Na ja, so würde ich das nicht nennen. Auf das Thema Rassismus angesprochen, schrie einer der Thor Steinar-Träger, ich sei ja selber Rassist, weil ich seine Rasse nicht tolerieren würde."
"Er hat NAZI als Rasse bezeichnet?"
"Nun ja. Damit war die verbale Diskussion dann für mich beendet. Wir gingen zu etwas anderem über, das schließlich die örtliche Polizei unterband."


aus "Plädoyer gegen Toleranz" von Kersten Flenter



Mit vielen Grüßen
an die süßen Hoden, Eierstöcke, Nebennieren
kracht der Faschisten Fußschweiß
das stinkende Sekret
aus vielgepriesenen, sauberen deutschen Füßen
stahlummantelt
in dein Leben, Opfer


aus "Jedem das Seine" von Jan Off



"...Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt!", und, "Tod allen Punks!", brüllten sie und streckten ihre Rechte in den wolkenlosen Nachthimmel. Ich weiß nicht, wie viele da auf der Ladefläche des Kleinlaster standen, wie viele in den drei andere Autos mitfuhren und wie viele auf den Straßen dieser Kleinstadt partroullierten. Aber es waren gewiss viel mehr als wir vier, die wir hinter diesen beiden alten Zapfsäulen kauerten und darauf warteten, dass das Licht der Scheinwerfer verschwinden würde und unser Versteck wieder ins Dunkel tauchen würde.
Ich blickte hinüber zu Olli und Thommy, die hinter der anderen Zapfsäule kauerten. Olli hielt seinen Schlagring in der Rechten und vermochte sie nicht still zu halten. Thommy hatte seinen Kopf gesenkt. Sein Gesicht war zwischen den Handflächen verborgen. Die langen schwarzen Haare waren nach vorne gefallen. Ich weiß nicht, an was er in diesem Moment dachte; ob er überhaupt an etwas dachte. Vielleicht dachte er an die geilen Mädels, von denen er vor drei Tagen im Schwimmbad erzählt hatte, als wir beschlossen, am Wochenen-de in den Osten zu fahren.



aus "Durch blühende Landschaften" von Michael Schweßinger



"Der ist allein gegen uns, Igor", sagte ich. "Mir wäre es lieber, du hättest dich drinnen geprügelt. Willst du ihn etwa in den Bordstein beißen lassen?"
"Warum nicht?", sagte Igor und öffnete die hintere Tür, um sich ein Bier aus dem Beutel zu nehmen. "Hätten seine Kumpels auch mit dir gemacht. Wenn sie dich allein gekriegt hätten." Marko machte sich eine Zigarette an, der Schein seines Feuerzeugs war deutlich heller als die Parkplatzbeleuchtung. "Mensch, Marko!", schrie ich fast, "Willst du ihm etwa einen Mietvertrag für deinen Kofferraum ausstellen?"
Er blickte Igor an, sah auf den Kofferraum und sagte "Nee. Gerichtsprozess. Angeklagt wegen Volksverhetzung, verfassungswidriger Symbole, Demokratiefeindlichkeit und falscher Zeit, falscher Ort." Ich musterte Marko.
"Habt ihr eine bessere Idee?", bellte ich Igor an. Der nahm einen tiefen Schluck aus seiner Flasche. "Aha. Und was soll dabei rauskommen?", sagte er.
"Na, was wohl.", entgegnete ich ihm. "Untersuchungshaft und dann Frei-spruch."
Marko nickte. "Völlig legitim in der BRD", ergänzte er.
Igor ließ den Motor an.



aus "Der Prozess" von Bob



Die Runde lacht und hat sich politisch geäußert. Die Frau und ich im Flur lachen nicht, sondern sorgten uns darüber, das in der Mitte der Gesellschaft Menschen Stuhlgang gurgeln und dann ausspucken. Unsere Sorge ist berechtigt, denn aus der Mitte, aus der erhabenen Blödheit der okayen Bevölkerung entspringt ein kleiner Faschismus. Der ist zwar so klein, das man ihn kaum sehen kann und gern auch unsichtbar, weil getarnt als Wertvorstellung oder Toleranz, aber es gibt ihn, den kleinen Faschismus der okayen Leute und er zeigt sein Gesicht überall, wo er toleriert wird.

Es wird Wein nachgeschenkt. Die okayen Leute ziehen alle Register der Meinungsvermeidung. Und ich stehe im Flur und meine Begleitung verliert Gegenstände in meiner Hose. Mehr Kunst, mehr Anklage, mehr Liebe und vor allem nie wieder flüssig brauner DünnschiSS.



aus "In der Mitte gurgelt jemand Scheiße" von Dirk Bernemann



lachen über neonazis

ha ha ha ha
muahahahaha
hahahaha
aaaaaaaaah hahaha
ha ha
hihihi
muhahaaaaaaaaaaaa
hahaha
haaaaaaaaaaaaaa
ha ha ha ha
und
hihi


aus "Lachen über Neonazis" von Sven - André Dreyer



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